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Die Geschichte des Alsterhauses

Möglicherweise verdankt die erste Hamburger Tietz-Filiale ihre Gründung der Tatsache, dass Firmenchef Oscar Tietz es sich nicht nehmen ließ, frischen Kaffee für seine Lebensmittelabteilungen persönlich einzukaufen. Das führte ihn nach Hamburg. Von der lebhaften, eleganten Hansestadt begeistert, eröffnete Tietz am 1. März 1897 die erste Hamburger Tietz-Filiale am Großen Burstah 12 ? 14 in einem alten Fleethaus.
Ein modern ausgestattetes Geschäftshaus mit umfangreicher Warenmenge und einzigartiger Lichterpracht hatte man bis dato in Hamburg nicht gekannt. Die Hanseaten bestaunten die "erlesenen französischen Hut-Schöpfungen", die Tietz selbst in Paris eingekauft hatte, die Kreationen der "Costumes-Abteilung" - selbstverständlich maßgefertigt - oder Accessoires wie Pleureusen (Straußenfedernbesatz für Damenhüte), Fächer und Sonnenschirme aus reiner Seide.
Das Warenhaus am Großen Burstah verfügte über ein erstaunlich breites Sortiment. Haushaltswaren, Möbel, echte Orientteppiche, Bücher und Lebensmittel.

Inzwischen hatte sich der Jungfernstieg zu Hamburgs beliebtester Flaniermeile entwickelt. Tietz zögerte nicht und etablierte sich rechtzeitig an dieser ersten Adresse. Er erwarb Scholvins Passage mit zwei Häuserreihen, sowie das angrenzende Hotel "Zum Kronprinzen". Mit gut 5.200 Quadratmetern Grundfläche war es das größte Grundstücksobjekt, das bis dahin in Hamburg gehandelt worden war. Am 24. April 1912 war es soweit. Das "Warenhaus Hermann Tietz", später Alsterhaus genannt, öffnet seine Portale.
Die hereinströmenden Menschenmassen konnten eine Vielzahl architektonischer Meisterleistungen bewundern. Beispielsweise den herrlichen Lichthof des fünfstöckigen Gebäudes, dessen aufstrebende Säulen aus wertvollem grün schimmernden Marmor gefertigt waren. Durch die Glaskuppel drang "wundervoll mildes Licht" in die Halle.

Bestaunt wurden auch die schönen Glasmosaiken, Bronzearbeiten und nach Kunstzeichnungen geschaffene Beleuchtungskörper. Im glänzenden Messinggeländer spiegelten sich sechzehnarmige Lichtkronen. Das Sortiment des neuen Hauses war entsprechend erweitert worden, und auch Dienstleistungen wurden immer größer geschrieben. Den Kunden stand ein Erfrischungsraum, Schreibzimmer und sogar ein Lesesaal zur Verfügung.
Für Hamburger Verhältnisse ein absolutes Novum war die große Lebensmittelabteilung mit Frischfleisch, Fluss- und Seefischen sowie Früchten und Delikatessen aus der ganzen Welt. Alle Lebensmittel wurden vor Staub geschützt, unter Glas präsentiert. Das Alsterhaus wurde zu einer Hamburger Institution.

Die beiden Weltkriege überstand das Alsterhaus nahezu unversehrt. Die legendäre Glaskuppel des Lichthofes allerdings fiel dem Zeitgeist der Nachkriegs-Architektur zum Opfer.
Am 24. April 1987 konnte das Alsterhaus sein 75-jähriges Bestehen feiern, das im Herbst des Jahres vom Besuch der Königlichen Hoheiten Prinz Charles und Lady Diana gekrönt wurde.

1994 übernahm die Karstadt AG, die heutige Arcandor AG, die Führung des Alsterhauses und traf im Juni 2003 die Entscheidung zum Umbau und zur Neugliederung des altehrwürdigen Kaufhauses.
Nach Plänen des Hamburger Architekten Christian F. Heine erhielt das Alsterhaus 2005 ein neues Gesicht. Dazu gehören die neue Fassade sowie eine helle und moderne Innengestaltung. Markant ist die neue Gestaltung der Fassade am Jungfernstieg.
Die öffnung der Fassade bis zur ersten Verkaufsebene gibt dem Haus mehr Transparenz und verleiht dem Gebäude mehr Offenheit. Diese gestalterische Maßnahme verbindet sich perfekt mit der Neugestaltung des Jungfernstiegs, und die Verbindung zwischen historischer Bausubstanz und modern gestalteter Innenarchitektur verspricht ein einzigartiges Einkaufserlebnis.
Im September 2005 wurde der Umbau vollendet, und das Alsterhaus steht wieder für Exklusivität und hervorragenden Kundenservice.

Die KarstadtQuelle AG, heute Arcandor AG, fasst 2006 ihre profiliertesten Warenhäuser, das Alsterhaus in Hamburg, das KaDeWe in Berlin, der Oberpollinger in München und das Zeilhaus in Frankfurt, in der Premium Group zusammen.

Im Frühjahr 2008 eröffnete die neugestaltete Accessoire-Abteilung im EG mit internationalen Luxusmarken.